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Logistische Meisterleistung setzt neue Massstäbe

28. August 2019

Würde man die 153 einzelnen Drähte von zwei der vollverschlossenen Tragseile der neuen 3S-Seilbahn Grindelwald Grund – Eigergletscher hintereinander legen, so könnte man damit bequem die Schweizer Landesgrenze umrunden. Im Detail heisst das 2‘021 Kilometer hochfester Stahldraht mit Festigkeiten von 1‘760 bis 2‘060 N/mm2, verseilt zu zweilagig vollverschlossenen Tragseilen vom Typ INTEGRA mit 58mm Durchmesser. Eines der vier Seile ist in der Ausführung INTEGRA-DATA mit 24 Lichtwellenleitern versehen, welche in einem lasergeschweissten Stahlröhrchen in den Runddrahtkern des Seil integriert wurden.

Die Werte mögen spektakulär klingen, für FATZER gehören jedoch Spezialanfertigungen wie diese mittlerweile schon fast zum Alltag. Die Herausforderungen lagen bei diesem Projekt insbesondere bei der Logistik: wie ist es möglich, eine Nettotonnage von 132 Tonnen über enge und kurvige Bergstrassen und Brücken zu manövrieren, welche nur für eine maximale Belastung von 72 Tonnen zugelassen sind?

Kein neues Problem für FATZER und dem Logistikdienstleister Wipfli Transporte, wurden doch bereits mehrere Transporte mit zwei gekoppelten LKWs erfolgreich durchgeführt. Die statischen Berechnungen eines externen Ingenieurs erforderten in diesem Fall jedoch eine Verteilung der Nettolast auf 3 Trucks, welche man zudem noch einer speziellen „Diät“ unterziehen musste: Allein die gewichtsreduzierenden Umbaumassnahmen waren sehr kostspielig.

Nach rund 3 Jahren Planung und zahlreichen Sonderbewilligungen wurde dann im vergangenen August das 65 Meter lange und 212 Tonnen schwere Gespann mit insgesamt 1580 PS von Romanshorn über den Brünig-Pass zunächst nach Zweilütschinen befördert. Für diesen rund 200 Kilometer langen Teilabschnitt wurden knapp 8 Stunden benötigt, für die restlichen 12 Kilometer bis nach Grindelwald-Grund nochmals 3 Stunden. Auf dem letzten Streckenabschnitt musste das Tragseil insgesamt sechsmal ab- und wieder aufgewickelt werden.

Die Verteilung auf drei LKWs war nur durch eine speziell für diesen Transport von der Firma TRESCO AG angefertigte Doppelbobine möglich, welche auf dem mittleren Truck längs zur Fahrtrichtung transportiert wurde.

Transportvideo